Archive for November, 2006

bild1

Posted in text on November 27th, 2006

von dort sehe ich nur die hälfte. einen halben kreis. eine weiße scheibe, davon die hälfte. einen weißen halbkreis. wie man einen halbmond sieht. nicht wie er ist. die andere hälfte ist oberhalb des sichtbaren. der mann der sie in seinen fingerspitzen hält, sieht beide halbkreise. seinen und meinen. er sieht die kreisrunde scheibe die er hochhält und deren unterer teil ein segment seiner stirn verdeckt. er weiß nichts von dem halbkreis den ich sehe. in seinen brillengläsern spiegelt sich das weis des mondes. die spiegelung deckt die augen hinter dem glas zu. was sieht er. sein kontemplativer ausdruck bleibt mir rätselhaft, denn was ich sehe ist nur die andere seite.  8c33720t.gif

arbeit mit bonus

Posted in text on November 27th, 2006

5.jänner 2005

lieber dominik, da wir es ja schon recht eilig haben, ein paar anmerkungen und bitten wegen unserem einreichkonzept:
außer dem bergbauernkonzept haben wir noch viele – geförderte – konzepte in der bonus, – falls dir das eine nicht genügt. die punkte sind aber e immer dieselben:
SYNOPSIS (inhaltsangabe, ein bis zwei A4-seiten, muss man sich immer aus den fingern saugen, weil keiner weiß im stadium der konzeptualisierung wie der film wirklich sein wird)
FORMALE UMSETZUNG (1.schreibt robert: optisches konzept, regisseure dürfen wenn sie wollen auch was zur optik schreiben, und 2.der dramaturgische Bogen – also Rahmenhandlung, Nebenhandlung, Zeitrahmen im Film – alles zusammen nicht mehr als eine Seite)
PERSÖNLICHE MOTIVATION (jeder von uns schreibt da halbe bis ganze Seite Schwafel)
ANLASS UND AKTUALITÄT (Klugschwafel über das Thema Tod und Gesellschaft allgemein, max.2 Seiten)
BESCHREIBUNG DES GEGENSTANDES (Thema: Bestattung in Wien. Kurzer historischer Abriss und Begründung, warum das Thema nach Wien gehört und nur hierher und von hier so rasend interessant ist.Sollte man aus dem historischen Abriss begründen.Da kann man alles reintun – von Bestattungsritualen zur Kaiserzeit bis zu warum der Zentralfriedhof so toll ist.Hannes hat das Buch dazu.)
PROTAGONISTEN (Jeder Protagonist bekommt eine Seite und es muss määnscheln – “Hannes roter Bart flattert begeistert im kalten Friedhofswind, während er würdig aufgeknöpft vor den Trauernden steht…”)

bitte mach du die Protagonistenbeschreibung von Hannes – das ist besser, wenn du sie machst als ich. dafür brauchst du ev. noch ein lebensgeschichtliches Interview mit ihm. und – ganz wichtig – bitte borge dir von Hannes das Buch “Bestattung in Wien” aus – ein Führer, den er hat, den ich nicht gekauft habe, und der historisches enthält. bitte, wenn du den liest, und zu einer Seite zusammenfasst – möglichst wie eine werbung – welch tolle geschichte bestattung in wien hat. für die Rubrik Beschreibung des Gegenstandes. Dann natürlich deine persönliche Motivation den film machen zu wollen – halbe bis ganze seite.
wenn du das bis 12. machen könntest wäre das ganz toll. ich kümmere mich bis dahin fest um die kontakte zu den Bestellern und der Friedhofsverwaltung, damit ich an Totengräber und Gärtner herankomme und die Fotogenehmigung und lese das begonnene soziologische Buch fertig, und suche einen sterbewilligen (wenn dir da wer einfällt, bitte sofort für den film ködern.)
das ganze konzept ist eine werbung für dodeln. wir preisen unverschämt ein produkt an, und die jurys sind faul und dumm. das nie vergessen.
ich glaube, so aufgeteilt ist es erstmal zeitsparend.
kuss
b
wie gefällt dir der arbeitstitel?  ad-60.jpg

wann aufhör´n ist sag ich

Posted in text on November 27th, 2006

die mutter sitzt mit ihren eltern, also den großeltern auf einer bank vor einem holztisch in der praterwiese. der 5jährige sohn spielt im gras mit einer decke. er trägt ein T-shirt mit einer zeichnung und der aufschrift „born to be wild“. er versteckt sich unter der decke. „was machst denn da mit der decke“ sagt jetzt die mutter und ihre augen sieht man nicht weil sie eine runde, dunkle brille im gesicht hat. „jetzt laß schon die decke“ der bub lacht und spielt weiter. „kannst nicht hörn“ und der bub lacht weiter. „jetzt kommst her“ sagt die frau zu ihrem sohn und der sohn kommt her. „schau bist wieder ganz schmutzig im g´sicht, bring mir die wasserflasche „ und der bub bringt die wasserflasche und setzt sich zwischen die mutter und die großmutter auf die bank. der großvater schl äft. die frau mit der dunklen brille nimmt ein papiertaschentuch, das sie anfeuchtet und damit dem buben im gesicht herumfährt. dem tut das weh und er klagt, die mutter wischt weiter und die oma schaut zu. der bub will mit der hand sein gesicht schützen, aber das darf er nicht weil die finger auch schmutzig sind. „aufhör´n, bitte“ sagt er und die frau sagt „du sollst die dreckigen finger nicht ins gesicht geben“ und „hast nicht g´hört“ und er „aufhör´n“, „wann aufhör´n ist sag ich“ sagt die mutter die jetzt abläßt vom gesicht und sich mit dem zerknüllten papier über die kleinen finger hermacht. dem kind schmerzen jetzt die finger und mit der noch freien hand geht er ins gesicht, weils da auch noch brennt. „net hinfassen sollst“ sagt die mutter und schlägt ihm auf die finger. „aufhör´n“ sagt er, „wann aufhör´n ist sag ich“, sagt sie, und wischt und knetet die kinderfinger die schmutzig und schon ganz rot sind. „was mußt´ auch immer in der erd´ wühl´n“, meint jetzt die oma und der kleine bettelt „aufhör´n, bitte“, „ wann aufhör´n ist sag ich“ sagt wieder die mutter und ihre mutter „ja die mama hat´s sagen“ , und die sagt „was heulst´ denn jetzt auch noch.“ als die mutter mit ihrem kind fertig ist, ist der großvater aufgewacht und meint: „aber das kann mir keiner erzähl´n, daß die nicht ang´schwoll´n sind“ und meint seine beine. seine frau sagt „mußt halt ein bisserl geh´n“ und das kind das jetzt nicht mehr weint, sagt: „durst“, „erst setzt die kappe auf“ sagt seine mutter. der bub setzt die kappe auf und darf dann was trinken. auf der kappe steht auch ein spruch drauf.

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ein mann

Posted in text on November 27th, 2006

ein bärtiger mann cattle

in verschliessenem anzug und einem plastiksack in der einen hand geht an mir vorüber, die andere hand steckt in einem plastikhandschuh (durchssichtig) und bewegt sich eigenaritg, so als jucke es ihm in den fingern. der himmel ist wolkenlos und es ist schon am frühen morgen sehr heiss. ausser dem mann mit der plastikhand ist kein mensch zu sehen.
der filmproduzent hatte mich gestern am anderen ende der stadt erwartet, in einem grossen grünen luxuswagen. wir saßen später in seiner vila und die junge frau servierte grünen tee und erdbeerkuchen. die villa lag direkt am see. ich kannte ihn nicht, wusste nichts über ihn und war nur auf empfehlung bei ihm zu gast. wir wussten offenbar beide nicht was wir von einander wollten. dann erzählte er mir, dass wildschweine nachts in seinen garten eingedrangen und regelmäsig die allerärgsten verwüstungen anrichteten. ja dass er sie sogar schon durch den see hatte schwimmen sehen, direkt auf sein grundstück zu und dass er machtlos sei. er produzierte nur die allergrössten filme, wie er mir erzählte, unterhaltungsfilme, liebeskomödien. seine frau liebt auch die bildenede kunst, womit er ganz und gar nichts anfangen kann. aber gegen die wildschweine sei er wie gesagt machtlos. einhorn